AMPHETAMIN (AMP)


Konsum: Oral, intravenös
Wirkung: Euphorie, Glücksgefühle, aufputschend
Halbwertzeiten: 10-30 h, abhängig vom pH-Wert und damit von der Ernährung
Nachweiszeiten: 1-3 Tage nach Einnahme

Amphetamine (AMP) (Amphetamin, Methamphetamin und die chemisch verwandten “Designerdrogen” wie zum Beispiel “Ecstasy”) sind sympathomimetisch wirksame Amine, deren biologische Effekte eine starke Stimulation des zentralen Nervensystems beinhalten. Sie erhöhen die Pulsfrequenz und den Blutdruck und unterdrücken den Appetit. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein starker Missbrauch zu dauerhaften Schäden von lebenswichtigen Nervenstrukturen im Gehirn führen kann.

Amphetamine werden dem Körper gewöhnlich oral, intravenös oder durch Rauchen zugeführt. Amphetamine werden über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und entweder unverändert oder nach Inaktivierung in der Leber mit dem Urin ausgeschieden. Weil der pKa-Wert von Amphetamin 9,9 beträgt, wird die Substanz besser aus den Nierentubuli rückresorbiert, wenn der Urin alkalisch ist. Daher werden in alkalischem Urin 80% freies Amphetamin renal eliminiert anstatt lediglich 2 bis 3% in basischem Urin.



BARBITURATE (BAR)


Konsum: Oral
Wirkung: Reduziertes Urteilsvermögen,
Benommenheit, Motivationsmangel
Halbwertzeiten: 20-30 h (Pentobarbital)
48-280 h (Phenobarbital)
22-29 h (Secobarbital)
Nachweiszeiten: bis 5 Tage (Pentobarbital)
bis 8 Tage (Phenobarbital)
          2-3 Wochen bei langwirkenden Barbituraten          

Barbiturate (BAR) sind eine Stoffklasse, die dämpfend auf das zentrale Nervensystem einwirken. Phenobarbital ist ein Derivat mit langer Verweildauer im Blut und wird als Beruhigungsmittel und sehr häufig als Antikrampfmittel eingesetzt. Pentobarbital und Secobarbital sind zwei Beispiele für kurzlebige Barbiturate mit nur kurzer Verweildauer im Blut. Der Missbrauch von Barbituraten kann zu Atemstillstand, Koma und sogar zum Tode führen. Barbiturate werden dem Körper oral, rektal oder per Injektion intravenös oder intramuskulär zugeführt. Barbiturate mit kurzer Verweildauer werden stets in Form von Metaboliten mit dem Urin ausgeschieden, wohingegen Barbiturate mit langer Verweildauer meistens unmodifiziert exkretiert werden.



BENZODIAZEPINE (BZO)


Konsum: Oral
Wirkung: Angstlösend, beruhigend, entspannend
Halbwertzeiten: 5-10 h (Oxazepam)
1-30 h (Triazolam)
8-20 h (Bromazepam)
10-30 h (Flunitrazepam)
20-40 h (Diazepam,)
40-100 h (Nordiazepam)
Nachweiszeiten:          bis zu 3 Tagen nach therapeutischen Dosen         
bis 4–6 Wochen bei chronischem Missbrauch

Benzodiazepine (BZO) sind die heute am häufigsten verwendeten Beruhigungsmittel. Sie werden in großem Umfang als Mittel zur Bekämpfung von Angstzuständen, als Hypnotika und als Mittel zur Muskelentspannung und Krampflösung eingesetzt. Sie werden oral oder durch Injektion verabreicht. Benzodiazepine werden in der Leber abgebaut. Einige ihrer Metabolite sind ebenfalls pharmakologisch aktiv. Benzodiazepine und ihre Metabolite werden mit dem Urin ausgeschie-den. Ihre Einnahme kann zu Schläfrigkeit und Verwirrheitszuständen führen. Benzodiazepine verstärken die Wirkung von Alkohol und anderen, das zentrale Nervensystem hemmenden Mitteln. Die Einnahme von hohen Benzodiazepin-Dosen über einen längeren Zeitraum kann zu psychischer und physischer Abhängigkeit führen.



BUPRENORPHIN (BUP)


Konsum: Oral
Wirkung: Nimmt den Suchtdruck
Halbwertzeiten: 8-15 h
Nachweiszeiten:                      2-6 Tage nach Einnahme                     ;

Buprenorphin (BUP) ist unter dem Handelsnamen Subutex® als Drogensubstitutions-Tablette erhältlich. Der Wirkstoff ist bereits seit 30 Jahren als Schmerzmittel bekannt. Im Vergleich zu Methadon wirkt Buprenorphin in hohen Dosen weniger schädigend. Es können aber Nebenwirkungen wie Schwitzen, Schlaflosigkeit, depressive Verstimmungen, Abgeschlagenheit und Sexunlust auftreten.



BENZOYLECGONIN/KOKAIN (COC)


Konsum: Rauchen, schnupfen, oral, intravenös, subkutan
Wirkung: Gesteigertes Selbstbewusstsein, Euphorie
Halbwertzeiten: 0,5-1,5 h (Kokain)
3,5-8 h (Benzoylecgonin)
3,5-6 h (Ecgoninmethylester)
Nachweiszeiten: 4-12 h (Kokain)
1-4 Tage (Benzoylecgonin)
bis 5 Tage (Benzoylecgonin) nach Langzeiteinnahme

Kokain (COC) wird aus den Blättern des Coca-Strauchs gewonnen. Es stimuliert sehr effektiv das zentrale Nervensystem und ist ein wirksames Lokalanästhetikum. Zu den psychischen Wirkungen bei der Einnahme von Kokain gehören Euphorie, ein gesteigertes Selbstvertrauen und ein Gefühl gesteigerter Energie, die mit einer erhöhter Pulsfrequenz, Pupillenerweiterung, Fieber, Muskelzittern und Schweißausbrüchen einhergehen können. Kokain wird nach kurzer Zeit mit dem Urin hauptsächlich in Form des Hauptmetaboliten Benzoylecgonin ausgeschieden. Benzoylecgonin hat eine biologische Halbwertzeit von 5-8 Stunden, die damit viel länger ist als die von Kokain selbst (0,5-1,5 Stunden).



COTININ (COT)


Konsum: Rauchen
Halbwertzeiten: 16-22 h
Nachweiszeiten:                      2-3 Tage nach Einnahme                     

Der weit verbreitete Gebrauch von Tabakprodukten hat in der Gesellschaft immense Kosten verursacht. Es gibt ca. 20 Metaboliten des Nikotins, die im Urin identifiziert werden können. Cotinin ist ein wichtiges Metabolit des Nikotins, und es sammelt sich im Körper bei regelmäßigem Rauchen an. Nikotin und Cotinin werden durch dasselbe Leberenzym metabolisiert. Es wird berichtet, daß Cotinin in Körperflüssigkeiten stabil ist und eine relativ lange Halbwertzeit von voraussichtlich 17 Stunden hat, daher ist es weniger abhängig vom Zeitpunkt der Probennahme als Nikotin oder andere Metaboliten.



2-ETHYLIDIN-1,5-DIMETHYL-3,3-DIPHENYLPYRROLIDIN (EDDP)


Konsum: Oral
Wirkung: Nimmt den Suchtdruck
Halbwertzeiten: 15-55 h
Nachweiszeiten:                     3-4 Tage nach Einnahme                    

EDDP (2-Ethylidin-1,5-Dimethyl-3,3-Diphenylpyrrolidin) ist der wichtigste Metabolit des Methadons. Es wird zusammen mit einem weiteren Metaboliten, dem EMPD (2-Ethyl-5-Methyl-3,3-Diphenyl-Pyrrolidine), im Urin und in der Galle ausgeschieden. EDDP entsteht durch N-Demethylierung und Zyklisierung von Methadon in der Leber. Der Anteil des unverändert ausgeschiedenen Methadons ist individuell unterschiedlich und vom pH-Wert des Urins, der Dosis und dem Stoffwechsel des Patienten abhängig. Daher ist der Nachweis des Abbauproduktes EDDP anstelle von Methadon oft sinnvoller, da eine Beeinträchtigung des Testergebnisses durch den individuellen Patientenstoffwechsel vermieden werden kann.



FENTANYL (FYL)


Konsum: Pflaster
Wirkung: Schmerzlindernd
Halbwertzeiten: 2-4 h
5-15 h Transmucosal
17 h (Transdermal)
Nachweiszeiten:               10-17 Stunden nach Einnahme              

Fentanyl (N-(1-(2-phenylethyl)-4-piperidinyl)-N-phenyl-propanamid) ist ein synthetisches Opioid, das als potentes Schmerz-mittel in der Anästhesie (bei Narkosen) sowie als transdermales therapeutisches System zur Therapie von chronischen Schmerzzuständen, die nur mit Opiatanalgetika ausreichend behandelt werden können, eingesetzt wird. Fentanyl fällt in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz, in Österreich unter das Suchtmittelgesetz und in der Schweiz unter das Betäubungsmittelgesetz.

Wegen seiner starken schmerzstillenden Wirkung wird Fentanyl häufig perioperativ eingesetzt. In Form von Hautpflastern wird es sowohl als Analgetikum bei starken, chronischen Schmerzen von Krebskranken als auch in der Analgesie von chronischen Nicht-Tumor-Schmerzen (wie z.B. muskoloskeletale Schmerzbilder) eingesetzt.

Im Rettungsdienst kann Fentanyl bei akuten Schmerzzuständen vom Notarzt verabreicht werden. Fentanyl wirkt vorwiegend stark schmerzlindernd (analgetisch) und beruhigend (sedierend). Es ist etwa 100-mal so potent wie Morphin (gemessen am Gewicht ist nur ein Hundertstel der Menge an Fentanyl nötig, um die gleiche Wirkung zu erzielen), besitzt eine höhere Wirksamkeit (das Wirkungsmaximum ist höher), während seine Wirkdauer in der Regel deutlich kürzer ist. Bei intravenöser Verabreichung wird das Wirkmaximum bereits nach zwei bis drei Minuten erreicht.

Fentanyl wird binnen maximal 3 Tagen größtenteils mit dem Urin ausgeschieden und überwiegend zu Norfentanyl (4-N-(N-propionylanilino) piperidin metabolisiert. Maximal 10% des verabreichten Menge gelangen unmetabolisiert in den Urin. (13).



KETAMIN (KET)


Konsum: Intravenös, nasal
Wirkung: Halluzinationen
Halbwertzeiten: 80-190 Minuten (Ketamin)
4 h (Norketamin)
Nachweiszeiten:                  2-4 Tage nach Einnahme                 

Ketamin ist ein Derivat des Phencyclidins. Es wird in der Medizin und Veterinärmedizin als Betäubungsmittel benutzt. Bestimmte Dosen von Ketaminen können traum- und alptraumähnliche Zustände und Halluzinationen verursachen. In hohen Dosen können Ketamine Delirien, Amnesie, Beeinträchtigung der motorischen Fähigkeiten, hohen Blutdruck, Depressionen und möglicherweise tödliche Atemprobleme verursachen. Ketamin wird in der Leber metabolisiert und über die Niere ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Ketaminen im Körper beträgt ca. 3 Stunden.



METHYLENDIOXYAMPHETAMIN (MDA)


Methylendioxyamphetamine (MDA) ist wie andere Amphetamine (Amphetamin, Metamphetamin und chemisch verwandte „Designer-Drogen“ wie z.B. „Ecstasy“) ein sympathomimetisch wirksames Amin. Unter anderem stimuliert es das zentrale Nervensystem und erhöht die Pulsfrequenz, den Blutdruck und unterdrückt den Hunger und den Durst. Einige Untersuchungen deuten auf eine dauerhafte Schädigung von lebenswichtigen Nervenstrukturen im Gehirn infolge von starkem Missbrauch hin.

Es wird dem Körper gewöhnlich oral und intravenös zugeführt. MDA wird nahezu vollständig durch die Dünndarmwand resorbiert und teils unverändert, teils nach Inaktivierung in der Leber mit dem Urin ausgeschieden.



MDMA / ECSTASY


Konsum: Oral
Wirkung: Euphorie, Glücksgefühle, aufputschend
Halbwertzeiten:     10-30 Stunden abhängig vom pH-Wert    
und damit von der Ernährung
Nachweiszeiten: 1-3 Tage nach Einnahme

(±)-3,4-Methylen-Dioxymethamphetamin (MDMA) ist der Hauptbestandteil von Ecstasy. Ecstasy stimuliert das zentrale Nervensystem. Neben psychischer Abhängigkeit hat eine Ecstasy-Einahme generelle Unruhe, reduziertes Hungergefühl und ein Gefühl gesteigerten Wohlbefindens zur Folge. Ein Drogenmissbrauch mit Überdosierung und anhaltender Einnahme von Ecstasy kann zu einer ernsten, gegebenenfalls permanenten Schädigung des menschlichen Nervensystems führen. Eine relativ häufige Folge des Ecstasy-Missbrauchs ist körperliche Überanstrengung mit Todesfolge durch Eliminierung der körpereigenen Warnsignale.



METHADON (MTD)


Konsum: Oral
Wirkung: nimmt den Suchtdruck
Halbwertzeiten: 15-20 h (pH«6.0)
33-55 h (ph»7.8)
Nachweiszeiten:               1-3 Tage nach Einnahme              

Methadon (MTD) ist ein synthetisches Analgetikum, das ursprünglich zur Behandlung von Narkotika-Abhängigkeit eingesetzt wurde. Zu den Nebenwirkungen, die bei Methadoneinahme auftreten können, gehören Schmerzunempfindlichkeit, Beruhigung und atemdepressive Wirkungen. Eine Methadon-Überdosis kann Koma verursachen oder sogar tödlich sein. Methadon wird oral oder intravenös verabreicht, in der Leber metabolisiert und hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden.



METHAMPHETAMIN (MET)


Konsum: Oral
Wirkung:   Euphorie, Glücksgefühle, aufputschend  
Halbwertzeiten: 10-30 h, abhängig vom pH-Wert
und damit von der Ernährung
Nachweiszeiten: 1-3 Tage nach Einnahme

Methamphetamin (MET), Amphetamin und deren Metabolite sind sympathomimetisch wirksame Mittel. Eine erhöhte Dosis führt zu einer verstärkten Stimulierung des zentralen Nervensystems und ruft Euphorie, Wachsamkeit und ein subjektives Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit hervor. Über einen längeren Zeitraum verwendet können sie Angstgefühle, Wahnvorstellungen, psychotisches Verhalten und Herzrhythmusstörungen verursachen. Das psychotische Verhaltensmuster bei hohen Dosen von Methamphetamin kann unter Umständen kaum von Schizophrenie unterschieden werden.

Methamphetamin wird im Urin teils als Amphetamin und teils oxidiert als deaminierte und hydrolyxierte Derivate ausgeschieden. Ca. 40% des Methamphetamins werden jedoch unverändert mit dem Urin ausgeschieden, weshalb der Nachweis von Methamphetamin im Urin ein direkter Hinweis auf dessen Einnahme ist.



METHAQUALON (MQL)


Konsum: Oral
Wirkung: Aphrodisierend
Halbwertzeiten: 20-60 h
Nachweiszeiten:           ca. 14 Tage nach Einnahme          

Als illegal auf der Straße gehandeltes Rauschmittel erfreute es sich in den USA bald großer Beliebtheit aufgrund seiner euphorisierenden und aphrodisierenden Wirkung. Anfang der 1970er war das sogenannte „Luding out“, die Einnahme von 300 bis 450 mg Methaqualon zusammen mit Wein unter College-Studenten weit verbreitet. Durch den Alkohol wird das durch Methaqualon ausgelöste Gefühl der Unzerstörbarkeit und starken Euphorie noch verstärkt. Es kann auch in Tablettenform eingenommen oder geraucht werden. Methaqualon senkt (wie andere sedative Hypnotika) die Hemmschwelle und kann damit einhergehend zu einer Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit führen.

Chronischer Gebrauch kann zu Polyneuropathie und zur psychischen und physischen Abhängigkeit führen. Bei der Einnahme von kleineren Dosen kann die Wirkung euphorisierend sein, anstatt sedierend, wie es eigentlich bei einem Schlafmittel zu erwarten wäre.

Mögliche Symptome einer Methaqualon-Überdosis: Magen-Darm-Beschwerden, Benommenheit, Ataxie, Kribbeln, langsame, undeutliche Sprache und Muskelhyperaktivität, innere Blutungen, Konvulsionen, Koma.

Methaqualon wurde weitestgehend durch Benzodiazepin ersetzt und ist somit nicht mehr sehr gebräuchlich in der me-dizinischen Anwendung. Im Drogenslang ist Methaqualon teilweise als seven-one-fours, seventeen, oder lemmon 714 bekannt.



OPIATE / MORPHIN (MOR)


Konsum: Intravenös, subkutan, schnupfen, rauchen
Wirkung: Beruhigend, entspannend
Halbwertzeiten: 3-20 min (Diacetylmorphin),
9-40 min (6-Monoacetylmorphin)
1-7 h (Morphin)
Nachweiszeiten: bis 48 h nach Einnahme
(in Einzelfällen bis 72 h);

Opiate (OPI) wie Morphin (MOR/MOP) und Codein werden aus dem Milchsaft des Schlafmohns gewonnen. Heroin, ein halbsynthetisches Derivat von Morphin wird im Körper rasch zu Morphin umgewandelt, weshalb sowohl Morphin als auch Morphin-Glukuronid im Körper einer Person nachgewiesen werden können, die nur Heroin eingenommen hat. Auch Codein wird vom Körper in Morphin umgewandelt. Deshalb weist das Vorhandensein von Morphin (oder dessen Metabolit Morphin-Glukuronid) im Urin auf die Einnahme von Heroin, Morphin und/oder Codein hin. Daher deutet ein positives Ergebnis nicht unbedingt auf einen Drogenmissbrauch hin, da einige legale Medikamente auch Opiate wie z.B. Codein enthalten können.



OXYCODON (OXY)


Konsum: Oral
Wirkung: Schmerzlindernd
Halbwertzeiten: 3-4,5 h
Nachweiszeiten:             1-3 Tage nach Einnahme            

Oxycodon ist ein halbsynthetisches Opioid mit einer strukturellen Ähnlichkeit zu Codein. Die Droge wird durch Modifikation von Thebain hergestellt, einem im Schlafmohnsaft vorkommenden Alkaloid. Wie alle Opiat-Agonisten wirkt Oxycodon schmerzlindernd über das Einwirken auf Opioid-Rezeptoren im Rückenmark, im Gehirn und möglicherweise sogar direkt im betroffenen Gewebe. Oxycodon wird zur Linderung von mittelschweren bis schweren Schmerzuständen verschrieben unter so bekannten Arzneimittel-Markennamen wie OxyContin®, Tylox®, Percodan® and Percocet®. Während Tylox, Percodan and Percocet lediglich geringe Dosen Oxycodon-Hydrochlorid in Kombination mit anderen Analgetika wie Acetaminophen oder Aspirin enthalten, besteht OxyContin ausschließlich aus Oxycodon- Hydrochlorid, das zeitver-zögert freigesetzt wird.

Oxycodon wird durch Demethylierung zu Oxymorphon und Noroxycodon metabolisiert. Nach oraler Gabe einer einzelnen Dosis von 5 mg werden in einer über 24 Stunden gesammelten Urinprobe unveränderte Droge (13-19 %), konjugierte Droge (7-29 %) und konjugiertes Oxymorphon (13-14 %) als Hauptbestandteile gefunden. Das Zeitfenster zum Nachweis von Oxycodon im Urin ist erwartungsgemäß dem anderer Opioide wie z. B. Morphin ähnlich.



PHENCYCLIDIN (PCP)


Konsum: Nasal, oral
Wirkung: Verwirrend, macht aggressiv
Halbwertzeiten: 8-55 h (Durchschnitt 18 h)
Nachweiszeiten: 14 Tage nach Einnahme
bei chronischem Gebrauch bis zu 30 Tage

Phencyclidin (PCP) ist ein Arylcyclohexylamin welches ursprünglich als Betäubungsmittel und als veterinärmedizinisches Beruhigungsmittel eingesetzt wurde. Phencyclidin kann Halluzinationen, Lethargie, Desorientiertheit, Koordinationsverlust, Tranceähnliche Zustände, Gefühle von Euphorie und visuelle Verzerrungen verursachen. Es hat in einschlägigen Kreisen eine Reihe von Namen wie „Angel Dust”, „Crystal Cyclone” etc. Phencyclidin kann oral, durch Inhalation über die Nase, durch Rauchen oder intravenös verabreicht werden. Es wird in der Leber abgebaut und über die Nieren ausge-schieden. Die Halbwertzeit von Phencyclidin im Körper beträgt rund drei Tage. Absaugen und Ansäuerung des Urins bei der Behandlung von Überdosen reduziert die Halbwertszeit normalerweise von drei Tagen auf einen Tag.



PARACETAMOL (PCM)


Konsum: Oral
Wirkung: Schmerzlindernd
Halbwertzeiten: 2-4 h im Fall von Leberschäden bis zu 12h
Nachweiszeiten: 48 Stunden nach Einnahme

Acetaminophen oder Paracetamol ist ein Schmerzmittel und Antipyretikum wie Aspirin, das allgemein unter dem Marken-namen Tylenol bekannt ist. Es ist ein aktiver Metabolit von Phenazetin, eine sogenanntes Nichtopioid-Analgetikum. Die Absorptionsrate nach oraler Einnahme von Paracetamol hängt von der Rate der Magenentleerung ab und ist normalerweise schnell und vollständig. Die durchschnittliche systemische Verfügbarkeit liegt über 75%.

Paracetamol wird weitestgehends metabolisiert und seine Halbwertszeit im Plasma beträgt 1,5-2,5 Stunden. Etwa 55% davon und 30% einer therapeutischen Dosis werden mit dem Urin als Glucuronid- und Sulfat-Konjugat ausgeschieden, hingegen sind Mercaptursäure- und Cystein-Konjugate (die eine Umwandlung zu einem potentiell toxischen intermediären Metaboliten vertreten) zu 4% einer Dosis enthalten.

Der Paracetamol-Metabolismus ist Alters- und Dosis-abhängig. Bei einer lebertoxischen Dosis ist der Paracetamol-Metabolismus beeinträchtigt und die Halbwertszeit verlängert. Die Sulfat-Konjugation ist gesättigt und der Anteil steigt, der als Mercaptursäure- und Cystein-Konjugat ausgeschieden wird. Die renale Clearance der Glucuronid- und Sulfat-Konjugate übersteigt oft die glomeruläre Filtrationsrate und ist vom Urinfluß und pH–Wert unabhängig.



PROPOXYPHEN (PPX)


Konsum: Oral
Wirkung: Schmerzlindernd
Halbwertzeiten: 6-12 h (Propoxyphen) abhängig vom pH-Wert
und damit von der Ernährung
30-36 h (Norpropoxyphen) abhängig vom pH-Wert
und damit von der Ernährung
Nachweiszeiten: 6-36 h nach Einnahme

Propoxyphen ist ein oraler, synthetischer Opiat-Agonist mit einer strukturellen Ähnlichkeit zu Methadon. Es wird allein oder zusammen mit Acetaminophen als Schmerzmittel zur Linderung von moderaten bis schweren Schmerzzuständen eingesetzt. Es wird häufig als Alternative zu Methadon bei der Detoxifikation oder der Behandlung von Drogenabhängigkeit eingesetzt. Zwei bekanntere Markennamen in den USA sind Darvon oder Darvocet.

Propoxyphen wird in der Leber in den aktiven Metaboliten Norpropoxyphen umgewandelt. Norpropoxyphen hat eine geringere ZNS-Beruhigungswirkung als Propoxyphen, verfügt aber über stärkere lokal-anästhetische Effekte. Beide Substanzen werden renal eliminiert, wobei der Anteil unveränderter Droge bei rund 10% liegt.



TRIZYKLISCHE ANTIDEPRESSIVA (TCA)


Konsum: Oral
Wirkung: Stimmungshebend
Halbwertzeiten: 9-24 h (Imipramin)
18-93 h (Nortriptylin
Nachweiszeiten:                   2–3 Tage nach Einnahme                  

Trizyklische Antidepressiva (bekannt als TCAs) werden seit den 1950ern gegen Depressionen verschrieben. Sie sind die älteste Gruppe von Antidepressiva, die heute noch eingesetzt werden. Bis vor kurzem waren TCAs die erste Wahl bei Ärzten zur Behandlung für die breite Mehrheit aller Patienten mit schwereren, depressiven Störungen. Beispiele für TCAs sind Imipramin (Tofranil®), Amitriptylin (Saroten®) und Nortriptylin (Nortrilen®). Die Wirkung von TCAs beruht auf einer Erhöhung des Spiegels von Serotonin und Norepinephrin im Gehirn, indem die Wiederaufnahmerate oder Resorption durch die Nervenzellen verlangsamt wird. Es kann einige Wochen dauern, bis der gewünschte Effekt eintritt.

Eine Überdosis an Trizyklischen Antidepressiva (TCAs) ist die Haupttodesursache bei vorsätzlichem Drogenmissbrauch. Im Falle einer Überdosierung wird der Tod hauptsächlich durch Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck hervorgerufen. Ein Großteil der toxischen Wirkung von TCAs am Herzen resultiert aus Chinidin-ähnlichen Aktivitäten am Herzaktionspotential und einem negativen, inotropischen Einfluss. Glucagon ist in der Lage, die durch chinidine Vergiftung ausgelöste Depression von Herzmuskelaktivität, Blutdruck und Herzschlag umzukehren.



MARIHUANA (THC)


Konsum: Rauchen, oral
Wirkung: Innere Ruhe und Wohlbefinden
Halbwertzeiten: 20-30 h (THC-carboxylsäure)
Nachweiszeiten: 2-3 Tage bei unregelmäßiger Einnahme (1-2 Joints)
1-5 Tage bei oraler Einnahme
5-10 Tage (gemäßigter-starker Raucher)
14-18 Tage für chronischen Gebrauch
20 Tage oder mehr Retentionszeit für chronische Raucher

Marihuana, Haschisch, Cannabis oder Tetrahydrocannabinol (THC) sind halluzinogen wirkende Drogen, die aus den Blüten des indischen Hanfs gewonnen und hauptsächlich durch Rauchen konsumiert werden. Die beim Missbrauch üblichen Dosen beeinflussen das zentrale Nervensystem und können zu Veränderungen in der Gemütsverfassung und im sensorischen Empfinden, zum Verlust des Koordinationsvermögens, zur Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, zu Angstgefühl, Wahnvorstellungen, Depression, Verwirrung, Halluzinationen und zur Erhöhung der Pulsfrequenz führen. Eine Gewöhnung an psychische und somatische Effekte kann eintreten. Der Entzug bewirkt Unruhe, Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Übelkeit.

Nach der Einnahme von Marihuana wird die Droge in der Leber metabolisiert. Der hauptsächlich im Urin auftretende Metabolit des Marihuanas ist 11-nor-Δ9-THC-9-Carboxylsäure und deren Glucuronid. Das bedeutet, dass das Vorhandensein von Cannabinoiden einschließlich des primären Carboxyl-Metaboliten im Urin auf die Einnahme von Marihuana/Cannabis hinweist.



TRAMADOL (TML)


Konsum: Oral
Wirkung: Schmerzlindernd
Halbwertzeiten: 3-8 h
Nachweiszeiten:                   1-6 Tage nach Einnahme                  

Tramadol ist ein synthetisches, schmerzlinderndes Mittel, das nicht aus natürlichen Quellen extrahierbar ist. Es ist chemisch nicht verwandt mit Opiaten. Obwohl die Art und Weise der Wirkung noch nicht vollständig ermittelt werden konnte, scheinen wenigstens zwei sich ergänzende Mechanismen möglich zu sein: eine geringe Bindungsaffinität zu µ-Opioid-Rezeptoren und eine Verhinderung der Wiederaufnahme von Norepinephrin und Serotonin.

Andauernder Konsum hoher Dosen von Tramadol kann zu einer Toleranz und physiologischen Abhängigkeit von der Droge führen, was zu Missbrauch führt. Tramadol wird nach oraler Einnahme weitgehend metabolisiert. Im Urin wird etwa 30 % der Dosis als unveränderte Droge und 60 % als Metabolit ausgeschieden. Der Hauptabbauweg scheint eine N- und O-Demethylierung, Glukuronidierung oder Sulfatierung in der Leber zu sein. Die Halbwertszeit von Tramadol im Serum beträgt 6-7 Stunden im gesunden Menschen. Die therapeutische Konzentration im Serum reicht von 0,1 bis 0,3 µg/ml.Studien zeigen, dass Tramadol-Konzentrationen im Urin bedeutend höher sind als im Serum. Deshalb sind Urinproben bestens geeignet, um eine Überprüfung auf Tramadol im Rahmen eines therapeutischen Drogenmonitorings oder in der forensischen Toxikologie durchzuführen.